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Verwirrung um die Corona-Impfungen oder: Wenn der Spahn kräht auf dem Mist…

Noch-Gesundheitsminster Jens Spahn hat in der bereits bekannten Art wieder einmal einen rausgehauen: Um die auf Vorrat gelagerten Moderna-Impfdosen nicht verfallen zu lassen, werden die Biontech-Bestellungen der Praxen gedeckelt. Das betrifft in den nächsten Wochen auch unsere Praxisgemeinschaft.

Liebe Patienten, lassen Sie sich jetzt nicht irritieren und lesen Sie diesen Artikel erst einmal zu Ende!

Erst mal das Organisatorische: Für den "Großkampftag" am kommenden Donnerstag, den 25.11., und auch für den Freitag, den 26.11. sind die Biontech-Dosen bereits bestellt, und sie werden definitiv auch geliefert.

Ab der 48. KW bekommen wir nur noch 30 Biontech-Dosen pro Arzt und Woche, macht bei meiner Frau und mir zusammen 60 Dosen. Da wir in einigen der Folgewochen mehr Impf-Interessenten haben, werden wir Moderna dazu nehmen müssen, sofern Herr Spahn nicht zurück rudert.

Ist Moderna statt Biontech denn schlimm? Nein!

Der Corona-Impfstoff von Moderna beruht wie der von Biontech auf dem mRNA-Prinzip. Seine Zusammensetzung ist genau so sauber wie die des Biontech-Impfstoffs. Beide sind exzellent wirksam, beide können problemlos über Kreuz für Folgeimpfungen eingesetzt werden. Wenn man so will, handelt es sich um Geschwister.

Dass wir uns auf den Impfstoff von Biontech konzentriert haben, hat einfache Gründe: Die Arztpraxen konnten lange Zeit gar keinen Impfstoff von Moderna beziehen (der ging an die Impfzentren), und so haben wir mit dem Impfstoff von Biontech die meisten Erfahrungen gesammelt, auch unsere persönlichen als Impflinge. Zudem hat der Impfstoff von Biontech in Deutschland einen besonders guten Ruf.

Dass der Impfstoff von Moderna in Deutschland ein wenig im Schatten von Biontech steht, hat er aber gar nicht verdient. Richtig ist, dass der Moderna-Impfstoff tendentiell etwas stärkere Impfreaktionen (Schmerzen an der Impfstelle, Abgeschlagenheit, Infektgefühl…)  als der von Biontech provoziert. Richtig ist leider auch, dass die außerordentlich seltenen Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei männlichen Jugendlichen und jungen Männern bei dem Moderna-Impfstoff etwas häufiger vorkommen. Dafür haben aber Studien der CDC (Centers for Disease Control and Prevention) ergeben, dass er im Vergleich zum Biontech-Impfstoff etwas besser schützt und seine Schutzwirkung länger anhält.

Jeder Patient erfährt vorher, welchen Impfstoff er erhält. Patienten unter 30 sowie Schwangere und Stillende bekommen auf jeden Fall den Impfstoff von Biontech. Wer ausdrücklich den Impfstoff von Moderna möchte (es gibt gute Gründe, siehe Wirksamkeit), teilt uns das bitte rechtzeitig mit, am besten per Anrufbeantworter. Das erleichtert uns das Disponieren. In den Moderna-Behältnissen befindet sich Impfstoff für 10 bis 20 Dosen, wir möchten nicht die Hälfte wegwerfen.

Wenn der Moderna-Impfstoff dem Biontech-Impfstoff absolut ebenbürtig ist – etwas stärkere Nebenwirkungen werden von dem etwas besseren Effekt aufgewogen –, warum kriegt Jens Spahn dann so viel Schelte? Ganz einfach, es wird organisatorisch sehr viel schwieriger, und das können wir jetzt wirklich nicht gebrauchen. Bei Dritt-Impfungen muss man eigentlich niemanden mehr aufklären, bei einem Wechsel des Impfstoffs aber plötzlich doch wieder. Wir werden mit vielen Patienten diskutieren müssen. Und zwei Impfstoffsorten in Mehrdosis-Behältern so zu verteilen, dass möglichst wenig weggeworfen wird, ist viel schwieriger. Wenn Millionen Menschen in kürzester Zeit durchgeimpft werden müssen, ist jeder noch so kleine Zeitverzug schlimm. Sehr geehrter Herr Spahn, wr können Ihren Ruhestand gar nicht erwarten!


Sprechstunden zwischen den Feiertagen

Zwischen Weihnachten und Silvester gibt es wie jedes Jahr eine Vertretungsrunde der Erfurter Nervenarztpraxen. An jedem der Wochentage ist eine der Praxen für die im Stadtgebiet anfallenden dringlichen Angelegenheiten, etwa Notvorstellungen, Rezepte nach Krankenhausentlassungen und Depot-Spritzen, verantwortlich.

Unsere Praxis steht in diesem Rahmen 

am Mitwoch, dem 29.12., von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr,

zur Verfügung. Welche Praxen an den anderen Tagen vertreten, veröffentliche ich so bald wie möglich an dieser Stelle.

Am 24. und 31.12. sowie an Wochenenden und Feiertagen ist wie üblich der Kassenärztliche Notfalldienst den ganzen Tag über eingerichtet.


Corona-Schutzimpfungen in der Arztpraxis – Update

Auch unsere Praxisgemeinschaft (meine Frau, Dr. med. Ulrike Prater, und ich) beteiligt sich an den Corona-Schutzimpfungen. Wir setzen weitgehend auf den mRNA-Impfstoff Comirnaty von BioNTech.

Wir bauen im Moment die Kapazitäten aus, um möglichst schnell allen bedürftigen Patienten Booster-Impfungen anbieten zu können.

Über Patienten, die sich jetzt noch zu einer Erst-Impfung entschließen, freuen wir uns immer.

Da die Impfstoffe in Mehrdosis-Vials geliefert werden und nach Anbruch schnell aufgebraucht sein müssen, haben wir immer an den Donnerstagen Impfzeiten organisiert. An diesen werden so viele Patienten eingeladen, dass ein Vielfaches eines Vial-Inhalts herauskommt. Zu den Impfzeiten ist  nur die Impfung und keine andere Tätigkeit möglich. Da aus den Gefäßen manchmal eine siebte Dosis entnommen werden kann und manchmal Patienten verhindert sind, sind in begrenztem Umfang auch ungeplante Impfungen möglich.